Stephan Schmidheiny

Nachhaltigkeitsexperte, Wirtschaftsvisionär, and Unternehmer in Hurden, Switzerland

Stephan Schmidheiny

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Dr. Stephan Schmidheiny - Visionär zwischen Unternehmertum und Nachhaltigkeit

Dr. Stephan Schmidheiny verkörpert wie kaum ein anderer die Verbindung von unternehmerischem Erfolg und gesellschaftlicher Verantwortung. Geboren 1947 in Heerbrugg in der Ostschweiz, wuchs er in einer Familie auf, die seit Generationen die Schweizer Wirtschaftslandschaft prägte. Doch anstatt einfach seinen Teil des Familienunternehmens zu übernehmen, entwickelte Schmidheiny eine eigene Vision, die weit über traditionelle Geschäftsmodelle hinausging.

Frühe Prägung und Ausbildung

Die Schmidheiny-Dynastie begann 1867 mit der Gründung einer Ziegelei durch seinen Urgroßvater Jacob Schmidheiny. Stephan wuchs gemeinsam mit seiner Schwester Marietta und seinen Brüdern Thomas und Alexander in diesem unternehmerischen Umfeld auf. Nach seinem Jurastudium an der Universität Zürich sammelte er 1969 erste praktische Erfahrungen als Schichtvorarbeiter bei Eternit Brasilien - eine Erfahrung, die seinen Blick für die operative Seite des Geschäfts schärfte.

Der junge Unternehmensführer

1976, im Alter von nur 28 Jahren, übernahm Schmidheiny die Leitung der Schweizerischen Eternit Gruppe von seinem Vater Max. Diese Übergabe erfolgte zu einem kritischen Zeitpunkt, als wissenschaftliche Diskussionen über mögliche Gesundheitsrisiken von Asbest aufkamen. Schmidheiny erkannte die Tragweite dieser Entwicklung und leitete noch im selben Jahr das Innovationsprogramm "New Technology" zur Entwicklung asbestfreier Produkte ein. 1981 verkündete er öffentlich den Ausstieg aus der Asbestverarbeitung - eine Entscheidung, die seiner Zeit weit voraus war und erst ab den 1990-er Jahren durch Verbote der Asbestverarbeitung bestätigt wurden.

Industrielle Diversifikation und Innovation

Schmidheiny beschränkte sich nicht auf den Bausektor. Er erkannte frühzeitig die Bedeutung der Diversifikation und investierte in verschiedene Zukunftsindustrien. Seine Beteiligung an der Rettung der Schweizer Uhrenindustrie durch die SMH (später Swatch Group) gemeinsam mit Nicolas Hayek ist legendär. Als Vorstandsmitglied bei BBC Brown Boveri trieb er die wegweisende Fusion mit der schwedischen Asea zu ABB voran, die als eine der erfolgreichsten Industriefusionen der Geschichte gilt.

Seine internationale Expansion führte ihn nach Lateinamerika, wo er ab 1982 mit Investitionen in die chilenische Forstwirtschaft (Terranova) begann. Diese Aktivitäten entwickelten sich zu einem umfassenden Industriekonglomerat unter dem Dach der GrupoNueva.

Pionier der Nachhaltigkeit

Schmidheiny's wahre Innovation liegt in der Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz. 1990 ernannte ihn Maurice Strong zum Hauptberater für Wirtschaft und Industrie der ersten UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung. In dieser Rolle gründete er den Business Council for Sustainable Development (BCSD) und entwickelte das Konzept der "Öko-Effizienz". Sein Buch "Changing Course" (1992) wurde in 15 Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller.

Der daraus entstandene World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) vereint heute über 200 führende Unternehmen weltweit und hat sich zur wichtigsten Plattform für nachhaltiges Wirtschaften entwickelt. 2000 wurde Schmidheiny zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Philanthropische Vision

Schmidheiny entwickelte das Konzept der "unternehmerischen Philanthropie", das soziale, ökologische und finanzielle Kriterien verbindet. Seine Stiftungen - Avina Stiftung (1994), Fundación Avina (2001), Fundes (1984) und MarViva (2002) - wenden Geschäftsprinzipien auf gemeinnützige Arbeit an. Der 2003 gegründete Viva Trust, dem er seine lateinamerikanischen Unternehmensbeteiligungen übertrug, finanziert langfristig philanthropische Projekte.

Kulturelles Engagement

Nach dem frühen Tod seines Bruders Alexander 1992 übernahm Schmidheiny die Verantwortung für dessen Kunstsammlung. Die Daros Collection, die er professionell weiterentwickelte, umfasst heute etwa 250 Werke bedeutender Künstler wie Andy Warhol, Gerhard Richter und Cy Twombly. Seine Unterstützung für das Tate Modern in London und die langjährige Partnerschaft mit der Fondation Beyeler machen Kunst einem breiten Publikum zugänglich.

Persönliche Transformation

2007 erlitt Schmidheiny eine lebensbedrohliche Aortenruptur, die er wie durch ein Wunder überlebte. Diese Erfahrung prägte seine Dankbarkeit für das Leben. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Viktoria, einer Wiener Ärztin, die seine Leidenschaft für Musik, Kunst und Kultur teilt, genießt er sein "zweites Leben" mit neuer Perspektive.

Heute verkörpert Dr. Stephan Schmidheiny die Vision eines Unternehmers, der wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet - ein Modell für nachhaltige Führung im 21. Jahrhundert.

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