Martin Lemhed

Ich habe viele Fragen an mein Bildungssystem
würd meine Lehrer gerne ausfragen
doch dann krieg ich ein Problem:
Wenn ich weiter, tiefer hinterfragte das Gesagte
ich stieße auf – das wäre –
inhaltlich gähnende Leere.
Wo denn der Sinn und Zweck des Ganzen
möge sich wohl nur verschanzen?
Sinnfrei scheint das pure Faktenwissen:
ne Vergewaltigung meines Verstands,
und ´ne Zumutung für mein Gewissen
- dieses auswendig zu lernen: jedes Mal ein Eiertanz.

Ich frag: „Wofür braucht man dies alles nur?“
Mein Lehrer sagt: „Na ist doch klar, für’s Abitur!“
Und das ist meist das einzige,
was man zu hören kriegt –
das ist schon arm,
und mein Gewissen schlägt Alarm.
Ärmer jedoch noch das Argument,
dass dieses nichtssagende Kunstwerk, jenes angestaubte Buch,
diese ellenlange Formel,
jener Halbwahrheiten-Krieg verflucht
noch mal im allgemeinen Wissen liegt.
Ich glaub da hat mein Lehrer was verpennt.
Einen Vorgang, der sich „googeln“ nennt.
Unterricht ist, eine Definition, die man sich gönnt:
eine gute Basis
für ein solides Fundament.