Christine Deutschländer-Wolff
Stuttgart
Angefangen habe ich als Verlagsbuchhändlerin. Den Beruf gibt es nicht mehr. Ich kann mich gut erinnern, wie ich in meiner Ausbildung zum ersten Mal an einem PC saß. Schwarze Schrift auf Weiß und nicht mehr grün auf Schwarz. Jahre zuvor, während der Schulzeit, schenkte mir mein Vater eine Schreibmaschine. Darauft tippte ich erste verschämte Gedichte.
Nach der Schreibmaschine kam der Computer. Auf dem Computer habe ich keine Gedichte mehr verfasst. Dafür jede Menge anderer Dinge: Pressetexte, Artikel, Seminararbeiten, eine Magisterarbeit, Bewerbungen, Konzepte, Werbetexte, Manuskripte, Internettexte, E-Mails, Tweets, Posts, Blogbeiträge, Reiseberichte, Liebesbriefe, Kündigungen, Beschwerden, Einladungen, Absagen, Tröstendes, Beschwichtigendes, Wütendes, Trauriges und Fröhliches.
Vielleicht sollte ich meinen Vater bei Gelegenheit einmal fragen, wo eigentlich die alte Schreibmaschine abgeblieben ist?
♥: Fotografie, Typografie, Reisen, Japan, Zugfahren, Tom Waits, Raymond Carver, Alice Munro, Pinterest, Liebeskind, April in Paris, Regen, Herbst, Bodelneuf, Lenzerheide, Berge, Kinder (Ole, Helena), Hunde (Bruce, Maya), Yoga, Wandersocken.