Michael Koch
copywriter in Frankfurt am Main, Deutschland
Michael Koch
copywriter in Frankfurt am Main, Deutschland
Man will nicht nur verstanden werden, wenn man schreibt, sondern ebenso gewiss auch nicht verstanden werden. Es ist noch ganz und gar kein Einwand gegen ein Buch, wenn irgend jemand es unverständlich findet: vielleicht gehörte eben dies zur Absicht seines Schreibers – er wollte nicht von »irgend jemand« verstanden werden. Jeder vornehmere Geist und Geschmack wählt sich, wenn er sich mitteilen will, auch seine Zuhörer; indem er sie wählt, zieht er zugleich gegen »die anderen« seine Schranken. Alle feineren Gesetze eines Stils haben da ihren Ursprung: sie halten zugleich ferne, sie schaffen Distanz, sie verbieten »den Eingang«, das Verständnis, wie gesagt – während sie denen die Ohren aufmachen, die uns mit den Ohren verwandt sind.
Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, 1882
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One not only wants to be understood when one writes, but also—quite as certainly—not to be understood. It is by no means an objection to a book when someone finds it unintelligible: perhaps this might just have been the intention of its author,—perhaps he did not want to be understood by “anyone”. A distinguished intellect and taste, when it wants to communicate its thoughts, always selects its hearers; by selecting them, it at the same time closes its barriers against “the others”. It is there that all the more refined laws of style have their origin: they at the same time keep off, they create distance, they prevent “access” (intelligibility, as we have said,)—while they open the ears of those who are acoustically related to them.
Friedrich Nietzsche, Joyful Wisdom, 1882