Siegfried Bachmayer
Linz
Entwicklungsmacht Bildung und Partizipation? Türkisch wurde als Bildungssprache in Österreich anerkannt, da kann man diese Fremdsprache vielleicht in allen Fächern maturieren. Türkisch als Fach kann man in den höheren Schulen bereits absolvieren. Ich stelle fest, dass diese zweite Fremdsprache neben Englisch im Bildungssystem etabliert wurde und einen ordentlichen Position gefunden hat. Das zeigt, dass Türkisch als Gesellschaftssprache in Österreich anerkannt ist. Daher ist es zu erklären, dass diese Aufnahme in das Bildungssystem einen langwierigen Prozess erwirkt hat. Und, was ist mit der Gebärdensprache? Sie ist seit 2005 in Österreich verfassungsgesetzlich anerkannt und ist immer noch nicht im Bildungssystem (wie zuhause) etabliert. Zwar gibt es einen Fach "Gebärdensprache" in einigen Fachhochschulen und Fachschulen (aber nicht in der schulpflichtigen Primärbildung) zu absolvieren, jedoch habe ich den Anschein, dass es mit der Entwicklungsmacht auf der bildungspolitischen Ebene zu tun hat. Das Unterrichtsministerium anerkennt sie nicht als Bildungssprache. Es ist zu überlegen, bei der Frage, ob der postkoloniale Zusammenhang besteht, dass die politische, aber auch gesellschaftliche Verweigerungsentwicklung in der Gesellschaft die Bildung und Partizipation "werteorientiert- ideologisch" steuert: Bildung und Partizipation sind immer vereint als Werkzeuge für das Fortbestehen und Überleben der Gesellschaft. Daraus folgt die Frage: ist die Gebärdensprache gesellschaftlich überlebens(un)fähig?